\documentclass{../bkm} \begin{document} \heading{BECK}{Analyse von handgeführten Elektrowerkzeugen}{17.2.2023} \tableofcontents \pagebreak \section{Aufbau einer netzgeführten Handbohrmaschine} \img{Bohrmaschine Schema 1.jpg}{Aufbauschema einer Bohrmaschine} \subsection{Handgriff} Bei Handbohrmaschinen mit großen Drehmomenten ist kurz vor dem Bohrfutter ein zusätzlicher, meist drehbarer Handgriff angebracht, um für zusätzlichen Halt zu sorgen. \subsection{Geschwindigkeitsregler}\footnote{\Verb|https://de.wikipedia.org/wiki/Triac|} Der Schalter einer Bohrmaschine besteht aus einem sogenannten 'Triac' (Abk.: 'triode for alternating current'); zu Deutsch: 'Zweirichtungs-Thyristordiode' oder 'Symistor', welcher in eine herkömmliche Dimmerschaltung verbaut ist. \\ \\ Durch das Verhalten eines Triacs wird automatisch im Falle einer hohen Drehlast der Strom begrenzt, sodass es nicht zu Überlastung kommt.\footnote{\Verb|https://www.mikrocontroller.net/topic/421475|} \\ \\ In der Nähe des Geschwindigkeitseglers, oft als Komponente dessen, ist ein Richtungswechsler verbaut, mit dem zwischen rechts- und linkslauf gewählt werden kann. \subsection{Kohlenbürsten}\footnote{\Verb|https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlebürste|} Die Kohlenbürsten stellen Schleifkontakte dar. Sie stellen die elektrische Verbindung zum Rotor bzw zum Kommutator des Motors her. \\ Sie bestehen meist aus Graphit, dieser wird gegebenenfalls mit Kupfer, Silber oder Molybdän angereichert, um die Leitfähigkeit zu erhöhen. \\ \\ Kohlenbürsten für Wechselspannungen; sprich für Universalmotoren; sind meist ohne Kupferanteil. \\ \\ Sie bestehen aus weichen Materialien, um den Verschleiß anderer Teile zu minimieren. \\ Die Kohlenbürsten selbst sind Verschleißteile; es kommt schon mal vor dass diese ausgetauscht werden müssen. \\ Aus diesem Grund bieten viele Hersteller (z.B. Bosch) diese Kohlenbürsten als einzeln erwerbbare Teile an, die dann relativ leicht austauschbar sind. \subsection{Motor} Für den Antrieb einer Netzgeführten Handbohrmaschine ist meist ein Einphasen-Reihenschlussmotor (oder auch Universalmotor) verantwortlich. \\ Die Umkehrung der Drehrichtung wird durch einen Schalter, der die Pole am Motor vertauscht, erreicht. \\ \\ Aufgrund der hohen Kraft, die Handbohrmaschinen meistens benötigen, wird für den korrekten Betrieb einer netzgeführten Handbohrmaschine meist ein Entstörkondensator benötigt. \\ Fehlt dieser, so kann es zu störenden Oberschwingungen im lokalen Netz kommen. \subsection{Getriebe}\footnote{\Verb|https://de.wikipedia.org/wiki/Handbohrmaschine|} Die meisten Handbohrmaschinen verfügen über ein Zweiganggetriebe, das die Maschine zu unterschiedlichen Aufgaben befähigt. \\ So bietet dieses Getriebe die Möglichkeit, zwischen niedriger und hoher Drehzahl zu wechseln. \\ Somit können sowohl fragile Werkstücke als auch robuste Werkstücke problemlos bearbeitet werden. \\ \\ Unmittelbar vor dem Getriebe, meist direkt hinter dem Motor, wird ein Lüfter verbaut, um den Motor und andere Temperaturauffällige Bauteile zu kühlen. \\ \\ Die meisten Handbohrmaschinen haben auch eine Schlagbohrfunktion, bei der kurzhubige, axiale Schläge über den Bohrer auf das zu durchbohrende Werkstück ausgeübt werden. \\ Das hierfür zuständige Schlagwerk besteht fast immer aus einer Ratschenzahnung auf der Bohrspindel. Die Wirksamkeit wird nur durch hohe Andruckkraft erreicht. \\ \\ Anders als bei einem Bohrhammer ist der Verschleiß des Schlagwerks einer Schlagbohrmaschine systembedingt deutlich höher. \\ Es gibt verschiedene Variationen an Bohrhammern für unterschiedliche Anwendungen. \subsection{Bohrfutter} Es gibt verschiedene Arten von Bohrfuttern. \\ So gibt es solche, die nur mithilfe eines Bohrfutterschlüssels gelöst und befestigt werden können. Diese finden sich vor allem an älteren Modellen. \\ Eine weitere Variante ist das SDS Stecksystem von Bosch, mithilfe dessen die Bohrer und andere Aufsätze binnen Sekunden und ohne zusätzliche Werkzeuge getauscht werden können. \subsection{Sonderfunktionen} Für Bohrungen in einem Bereich mit mangelhafter Zugänglichkeit werden einige Spezialaufsätze für das Bohrfutter produziert; Beispielsweise ein Winkelbohrvorsatz. \\ So ein Winkelbohrvorsatz bietet durch sein um $90^\circ$ gedrehtes Bohrfutter die Möglichkeit, den Bohrer senkrecht zur Bohrmaschine zu betreiben. \section{Mögliche Fehlerquellen} \subsection{Anschlussleitung} Wie bei allen Elektronischen Geräten ist die Anschlussleitung selbstverständlich eine mögliche Fehlerquelle. \\ Sie könnte verdreht worden sein, durch zu große physische Belastung könnte ein Kabelbruch entstanden sein, und noch vieles mehr. \subsection{Schalter} An nächster Stelle ist es möglich, dass der Schalter, der auch für die Geschwindigkeit verantwortlich ist, kaputt oder möglicherweise durchgebrannt ist. \subsection{Motor \& Entstörkondensator} Selbstverständlich können auch der Motor und/oder der zugehörige Entstörkondensator beschädigt sein und einen Fehler versurachen. \\ So könnten an dem Motor Wicklungen durchgebrannt sein, oder der Entstörkondensator kann defekt sein. \\ \\ Außerdem könnten möglicherweise die Lager, die an Motor und Bohrfutter verbaut sind, zerstört werden. \subsection{Kohlenbürsten} Wie zuvor bereits erwähnt sind die Kohlenbürsten die wohl größte Fehlerquelle an einer Bohrmaschine, denn es handelt sich um ein Verschleißteil. \section{Ablauf der Reparatur einer Handbohrmaschine} \ddate{17.3.2023} \begin{enumerate} \item Kundengespräch: \begin{enumerate} \item Welche Funktionen sind beschädigt? \item Was wurde mit dem Gerät gemacht, als der Defekt auftrat? \item Wie alt ist das Gerät? \item Gab es schon in der Vergangenheit Probleme mit dem Gerät? \end{enumerate} \item Prüffrist eingehalten? \item Sichtprüfung \begin{enumerate} \item Anschlussleitung OK? \item Stecker OK? \item Anschlussstelle OK? \item Gehäuse OK? \end{enumerate} \item Funktionstest durchführen \begin{enumerate} \item Funktion gegeben? $\rightarrow$ Kohlen prüfen \item Drehzahl OK? \item Lager OK? \end{enumerate} \item Ersatzteile beschaffen und einbauen \item Alte Teile, falls nötig, fachgerecht entsorgen \item Geräteprüfung nach DIN VDE 0701 und 0702 \item Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 \end{enumerate} \end{document}