\documentclass{../bkbp} \begin{document} \heading{RAF}{Werbungsanalyse Gothaer}{5.5.2022} \section{Einleitung} Die Werbeanzeige von Gothaer bewirbt eine private Krankenversicherung, wie sie am 11. November 2009 in der Zeitschrift 'Focus' gedruckt wurde. Die Zielgruppe scheint nicht genauer definiert zu sein. \section{Hauptteil} \subsection{Beschreibung} In der Werbeanzeige ist ein stilisiertes Foto abgebildet. Darunter befinden sich Überschrift und Infotext der Anzeige. Rechts unten sind ein Eye-catcher in auffälligem Rot, sowie das Logo mit Slogan der Gothaer abgebildet. \\ Das Foto ist aus der Perspektive eines Patienten aufgenommen; am unteren Rand ist ein paar Füße zu sehen, von denen ein Fuß barfuß ist. Der Besitzer dieser Füße liegt auf einer Krankenliege. \\ Im Fokus des Fotos liegen drei Personen in Arztkitteln, scheinbar Ärzte, denn sie tragen jeweils ein Stethoskop um den Hals. Zwei dieser Ärzte scheinen nicht ganz bei der Sache zu sein. Obwohl diese beiden Ärzte jeweils eine Akte unter dem Arm tragen, wirkt es nicht als würden sie sich sonderlich für den Patienten interessieren. Der dritte, in er Mitte, lächelt in die Kamera und macht einen kompetenten Eindruck. Er trägt im Gegensatz zu seinen Kollegen eine gepflegte Frisur, und ist außerdem formell gekleidet in Hemd und Krawatte. Er sieht den Patienten direkt an, während seine Kollegen rechts und links von ihm irgendwo hin sehen. \\ Die Hintergrundumgebung des Fotos stellt einen Krankenhausflur dar, dessen Gestaltung sehr schlicht und klinisch ist. Außerdem ist das Foto als Polaroid stilisiert; darauf liegt ein blauer Stift, mit dem zuvor einer der drei Personen im Bild mit einer Auswahlbox markiert wurde. \subsection{Textanalyse} Der Werbetext zielt darauf ab, dem Leser die freie Wahl zu vermitteln. Wer sich bei der Gothaer krankenversichert, hat die freie Wahl bei einer Behandlung - dies wird auch direkt angesprochen durch die Überschrift 'Entscheiden Sie selbst, wenn es um Ihre Gesundheit geht.' Zudem wird durch mehrere Ellipsen am Anfang des Textes die vielfalt der Wahlmöglichkeiten erwähnt; 'Assistenz- oder Chefarztbehandlung? Ein- oder Mehrbettzimmer? [...]'. \\ Dies wird auch durch das Foto besonders untermalt, auf dem nur einer der drei Ärzte einen kompetenten Eindruck vermittelt. Schließlich möchte man auf keinen Fall von einem inkompetenten Arzt behandelt werden, und sollte deshalb auf die freie Auswahl bei Gothaer zurückgreifen. \\ Nicht nur für die Art und Qualität der Behandlung wird für freie Wahlmöglichkeit geworben, auch die Flexibilität der Krankenversicherung selbst wird angesprochen; so wird der Leser dazu aufgefordert, persönlich mit einem Gothaer-Berater zu sprechen, um die bestmögliche Versicherungsoption zu finden. Hier besteht auch eine Überleitung zum Kontaktangebot; bei dem fett abgedruckt die telefonische Option und die Online-Option beworben werden. \\ An unterster Position ist nochmals das Ausmaß des Versicherungsproduktes mit der Alliteration und Trikolon 'Versicherungsschutz. Vermögensberatung. Vorsorgestrategien.' beworben. So wird dem Leser subtil mitgeteilt, dass Gothaer nicht nur Krankenversicherungen, sondern auch finanzbezogene Dienstleistungen anbietet. \\ Obwohl das Produkt eine Krankenversicherung ist, welches schon Bürokratisch ein wenig komplexer ist, ist die Werbung doch recht simpel und einfach formuliert. Das hat den Effekt, dass auch jüngere Menschen sich angesprochen und informiert fühlen. \section{Bewertung} Besonders durch die darstellerische Gestaltung der Werbung wird vermittelt, dass Ärzte, die man nicht mit der Hilfe von Gothaer ausgewählt hat, inkompetent seien. Dies vertieft ein wohl eher verzerrtes Bild der Realität, denn wenige Ärzte vermitteln derartige Inkompetenz wie die zwei Kollegen links und rechts im Bild. \\ Die Strategie, die Wahl für eine luxuriöse Behandlung gegenüber einer 'normalen, gesetzlichen' Behandlung zu verdeutlichen, ist wohl sehr effektiv, und gut umgesetzt. So wird vor allem in Kombination zu dem Text vertieft, dass bei der Gothaer keine Sorge zu kurz kommt, und jeder Makel durch qualitative Beratung aufgehoben wird. \end{document}